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Geografie



Venetien ist mit 18.378 km² die flächenmäßig achtgrößte Region Italiens und rangiert mit seinen über 4, 9 Millionen Einwohnern an fünfter Stelle.

Die Region grenzt im Osten an Friaul-Julisch Venetien, im Nordwesten an Trentino-Südtirol, im Westen an die Lombardei und im Süden an die Emilia-Romagna. Der Nordzipfel Venetiens grenzt an Österreich.

Nördlichster Punkt der Region ist die „Cima Vanscùro“ an der österreichischen Grenze, südlichster Punkt ist die „Punta di Goro“, am Delta des Po.

Geomorphologisch lässt sich Venetien wie folgt einteilen:

56, 4 % des Regionalgebietes sind eben, 29, 3 % bergig und 14, 3 % hügelig.

Provinzen



Die Region ist in 7 Provinzen unterteilt. Die flächenmäßig größte ist die Provinz Belluno, die Provinz Padua die bevölkerungsreichste.

Die größten Gemeinden



Geschichte



Historisch gesehen gehörte die Region die meiste Zeit zur Republik Venedig, deren Terraferma sie bildete. 1797 kam der größte Teil des Gebietes nach dem Frieden von Campo Formio zu Österreich. Nach der Niederlage Österreichs gegen Napoleon in Austerlitz und dem Pressburger Frieden wurde Venetien 1805 dem von Frankreich abhängigen Königreich Italien zugeschlagen; 1815 kam es durch den Wiener Kongress wieder zu Österreich.

Nach dem dritten Unabhängigkeitskrieg wurde die Region 1866 schließlich ein Teil Italiens: Da das mit Italien verbündete Preußen Österreich in der Schlacht von Königgrätz besiegt hatte, musste Österreich Venetien trotz seiner militärischen Erfolge im Süden an Frankreich (das eine – wenn auch nicht unbedingt neutrale, sondern eher mit Piemont sympathisierende – Vermittlerrolle einnahm) abtreten, das es dann an Italien weitergab.

Venetien war ein bedeutender Schauplatz des Ersten Weltkrieges. Dort wurde die entscheidende Schlacht von Vittorio Veneto geschlagen, woraufhin bei Padua der Waffenstillstand von Villa Giusti zwischen dem Königreich Italien und Österreich-Ungarn unterfertigt wurde. Nach der Annexion von Südtirol wurden die ladinischen Gemeinden Cortina, Livinallongo und Colle Santa Lucia der venetischen Provinz Belluno zugeschlagen.

Zwischen 1943 und 1945 gehörte Venetien großteils zur Italienischen Sozialrepublik, die Provinz Belluno wurde in die Operationszone Alpenvorland einverleibt. Zahlreiche Städte wurden von den Alliierten von der Luft aus bombardiert. Am schlimmsten traf es Treviso und Vicenza sowie die Hafenanlagen von Marghera. Auch Padua und Verona wurden das Ziel von Bombenangriffen.

Im Jahre 1963 wurde die Region von der Katastrophe von Vajont erschüttert. Am 9. Oktober löste sich eine 270 Millionen Tonnen schwere Flanke von dem Monte Toc. Geröll und Steine rutschten in den Vajont-Stausee. 25 Millionen Tonnen Wasser schwappten über den Staudamm, eine 160 Meter hohe Flutwelle vernichtete fünf Dörfer im Tal, unter anderem die Ortschaft Longarone. Fast 2000 Menschen kamen ums Leben. Es war eine der größten Naturkatastrophen, die sich je in Europa ereignet haben.

Bevölkerung



Bis Anfang der 1970er Jahre war das arme Venetien ein ausgesprochenes Auswanderungsland. Zwischen 1870 und 1970 verließen über 3 Millionen Menschen die Region, bis 1930 vor allem in Richtung Lateinamerika und danach verstärkt in andere Gegenden Italiens.

Seit der Industrialisierung im Zuge der 1970er Jahre sind zahlreiche Süditaliener nach Venetien gezogen, aber auch viele Ausländer, hauptsächlich Osteuropäer, so dass zum 31. Dezember 2008 454.453 ausländische Staatsangehörige (9, 30% der Bevölkerung) in der Region ihren Wohnsitz hatten.

Sprachen



Neben Italienisch sprechen die meisten Einwohner Venezianisch, das aufgrund der tiefgreifenden Unterschiede zum Standarditalienischen als eigenständige Sprache betrachtet werden kann. Es werden auch Deutsch (in Sappada/Plodn), Friaulisch (in und um Portogruaro) und Ladinisch (Cortina d’Ampezzo/Anpezo, Livinallongo del Col di Lana/Fodom und Colle Santa Lucia/Col) gesprochen. Da die Region über keinen Autonomiestatus verfügt, werden die Minderheitensprachen kaum gepflegt. Deshalb haben die drei ladinischen Gemeinden in einer Volksabstimmung im Herbst 2007 für die Angliederung an das autonome Trentino-Südtirol gestimmt, während sich Plodn für den Anschluss an Friaul-Julisch Venetien ausgesprochen hat. Das Parlament in Rom, das in diesen Fragen das letzte Wort hat, ist bisher untätig geblieben.

Die zimbrischen Sprachinseln in den Sieben und Dreizehn Gemeinden sind infolge der faschistischen Italianisierung beinahe ausgestorben.

Politik



Die traditionell konservativ und katholisch geprägte Region war über Jahrzehnte eine Hochburg der italienischen Christdemokraten. Seit den 1990er Jahren wird die Region von Mitte-rechts-Bündnissen regiert.

Durch die Erinnerung an die lange Selbständigkeit und stolze Tradition Venedigs sind autonomistische und separatistische Tendenzen besonders ausgeprägt. Die Lega Nord-Liga Veneta ist stark vertreten. Sie stellt den Bürgermeister in der Großstadt Verona und in Treviso, sowie in zahlreichen mittleren und kleinen Gemeinden. Bei den Regionalwahlen vom 28. und 29. März 2010 ging die Lega als stärkste Partei hervor und stellt mit Luca Zaia erstmals den Präsidenten der Region.

Wirtschaft



Venetien gehört zu den wirtschaftsstärksten Regionen Italiens, die seit dem Zweiten Weltkrieg einen strukturellen Wandel von einer landwirtschaftlich geprägten Gegend in eine Industrieregion erlebt hat.

Dennoch hat die Landwirtschaft nach wie vor eine bedeutende Rolle. Venetien ist eine bedeutende Weinbauregion: hier werden die Weine Valpolicella und Prosecco erzeugt. Auch der Radicchio ist ein typisch regionales Produkt.

Die Industrie besteht hauptsächlich aus kleinen und mittleren Betrieben. In der Provinz Venedig findet man Öl-Raffinerien, vor allem in Porto Marghera, Chemieindustrien und Schiffwerften. In Noale ist der Motorrad- und Motorrollerhersteller Aprilia ansässig. In den Provinzen Verona und Rovigo ist die Lebensmittelindustrie besonders stark vertreten. In Porto Tolle bei Rovigo befindet sich Italiens größtes thermoelektrisches Stromkraftwerk. Vicenza ist ein Zentrum der Goldschmiedekunst. Die Provinz Padua ist in der Metallverarbeitung stark. Zu den wichtigsten Unternehmen in der Gegend von Treviso gehören Electrolux und DeLonghi. In Agordo (Provinz Belluno) sitzt Luxottica, der weltweit größte Brillenhersteller. Die Modeindustrie ist in der ganzen Region stark vertreten: Benetton, Geox, Diesel und Bottega Veneta sind große Modenamen aus Venetien.

Sehr bedeutender Wirtschaftszweig ist der Tourismus: Venetien ist Italiens erste Touristenregion, mit über 14 Millionen Touristen im Jahr 2007 (davon kamen über 20% aus Deutschland). Neben Venedig sind auch die Opernstadt Verona und die Universitätsstadt Padua beliebte Touristenziele, wie auch der Dolomitenort Cortina d’Ampezzo, die Gardaseegemeinden Peschiera, Garda und Malcesine, der Thermalkurort Abano Terme, die Seebäder Jesolo und Caorle.

Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht die Region einen Index von 123.6 (EU-25:100) (2005). Nominell beträgt das Pro-Kopf-BIP 28.643€. Was das gesamte regionale Bruttoinlandsprodukt anbelangt, liegt Venetien mit über 135 Milliarden € nach der Lombardei und Latium italienweit an dritter Stelle. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4, 8 %.

Sehenswürdigkeiten



Padua: auch als Stadt des Heiligen Antonius bekannt; der Botanische Garten Paduas gehört ebenfalls zum Weltkulturerbe.

Vicenza, bekannt für die Villen von Palladio

Belluno, Hauptort der gleichnamigen Bergprovinz

Source: Wikipedia

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